Freitag, 21. Juli 2017

[Rezension] "Friedhof der Kuscheltiere" von Stephen King




© Cover-/Zitatrecht: Heyne
_________________________________________

Verlag: Heyne
Titel: Friedhof der Kuscheltiere Heyne
Originaltitel: Pet Semetary
Buchreihe: -
Autor: Stephen King
Erschienen 
(aktuelle Ausgabe): Februar 2011
Seiten: 608
ISBN: 978-3453435797
978-3-943408-15-7
978-3-943408-15-7
978-3-943408-15-7
978-3-943408-15-7

Preis: 9,99 (TB)
 ___________________________
Klappentext
 Manchmal ist der Tod besser.
Hinter dem kleinen Tierfriedhof liegt eine verwünschte indianische Grabstätte. Ob Katze oder Mensch: Wer hier beerdigt wird, wandelt sich zum Albtraum für die Hinterbliebenen.


Rezension 

Der erste Satz:  
"Louis Creed, der als Dreijähriger seinen Vater verloren und seinen Grossvater nie gekannt hatte, wäre niemals auf den Gedanken gekommen, in seinen mittleren Jahren einen Vater zu finden; aber genau das geschah – auch wenn er diesen Mann seinen Freund nannte, was ein Erwachsener im Allgemeinen tun muss, wenn er den Mann, der eigentlich sein Vater sein sollte, relativ spät im Leben findet."

  Inhalt


Die Creeds, eine junge Familie, ziehen von Chicago ins idyllische Kleinstädtchen Ludlow im US-Bundesstaat Maine. Der Ort scheint paradiesisch: Fast abgeschieden von der Zivilisation grenzt ihr wundervolles Zuhause an ein schier unendliches Waldgebiet. Nur eine am Haus vorbeiführende Schnellstraße stört die Idylle. Familienvater Louis lernt den 83jährigen Jud Crandall kennen, der das Haus gegenüber bewohnt und ihm bald der Vater wird, den er nie hatte. Jud zeigt der Familie einen seltsamen Tierfriedhof, der wenige Schritte vom Haus der Creeds entfernt liegt, ein alter Ort des Todes, von Kindern angelegt, die ihre Haustiere verloren.
Es dauert nicht lange, und auch der Kater Winston Churchhill wird von einem auf der Schnellstraße dahinrasenden Truck überfahren. Damit beginnt für die Creeds eine Achterbahnfahrt des Grauens. Louis traut sich kaum, seiner Tochter Ellie von dem Verlust zu erzählen. Da zeigt Jud Louis einen Weg, Totes ins Leben zurückzuholen -- so scheint es zumindest. Doch die Toten kommen verändert zurück.
(Quelle: Amazon)
 

Meine Meinung


Lange bin ich schon um die Bücher von Steven King rumgeschlichen und habe überlegt ob ich mich nicht auch mal an ein Buch von ihm wage. Nun endlich habe ich meinen ersten King, „Friedhof der Kuscheltiere“ gelesen oder eher verschlungen. Ich wusste zu Beginn nicht so recht was mich erwarten würde, zwar wusste ich grob um was es in dem Buch geht, aber da es eben auch mein erster King war, konnte ich noch nicht richtig einschätzen wie mir das Buch gefallen würde und ob mich der Schreibstil würde begeistern können. Konkrete Erwartungen hatte ich auch nicht, zwar ist Steven King ein hochgelobter Autor, aber da ich eher Fantasy lese und dies ja doch etwas anderes ist, wollte ich mich überraschen lassen.

Wie ich es schon angedeutet hatte, habe ich das Buch für meine Verhältnisse in letzter Zeit wirklich sehr schnell durchgehabt. Dies liegt zum einem am wirklich, in meinem Augen, tollen Schreibstil. Herr King hat seine ganz eigene Note und hebt sich deutlich von meinen bisher gelesenen Büchern ab. Zu Beginn hatte ich etwas Angst ob ich den Schreibstil mögen würde, da ich eher Jugendbücher und Fantasy lese und da der Schreibstil doch meist eher „einfach“ zu lesen ist. Bei den ersten 2-3 Seiten tat ich mich auch erst etwas schwer reinzukommen, da man doch merkt das der Schreibstil anspruchsvoller ist, aber nach kurzer Zeit hatte mich der „Friedhof der Kuscheltiere“ in seinen Bann gezogen und ich hatte keine Probleme mehr. Obwohl an manchen Stellen etwas weiter ausgeholt wird und der Protagonist in seinen Gedanken abschweift, hatte ich dies nie als störend, sondern eher als interessant empfunden. Dadurch war es mir wirklich sehr gut möglich in seine Gedankenwelt abzutauchen, auch wenn ich trotzdem nicht immer sein Handeln und seine Empfindungen nachvollziehen konnte. Besonders seine detaillierten Beschreibungen tragen dazu bei, dass sich das Ganze eher wie ein Film vor dem inneren Auge abspielt und lässt einen manchmal auch schaudern.

Louis, der Protagonist, war mir an sich sympathisch, da er eben wirklich menschlich ist und nicht perfekt, wie das in vielen anderen Büchern der Fall ist. Dennoch fand ich ihn manchmal etwas merkwürdig, besonders seine Gedanken und Ansichtsweisen. Aber das kann man wohl auch ein stückweit dem zuschreiben, was der arme Louis so erlebt und durchmacht. Bei so viel Tod und anderen Schrecken bleibt man eben nicht „normal“.  Bei den anderen Personen kam ebenfalls gut ihre Persönlichkeit durch und ich habe an der ein oder anderen Person (oder Katze) gehangen. Auch wenn ich mich des Öfteren darüber aufgeregt habe, warum denn kein Mensch da auf sein Bauchgefühl hört.

Die Handlung und deren Entwicklung konnte man nicht wirklich vorhersehen, dies hat mir wirklich gut gefallen, es war nur klar, es kann nur schlimmer werden für Louis und seine Familie. Dennoch war ganz klar ein roter Faden erkennbar.An manchen Stellen hätte ich mir, insbesondere am Ende, noch mehr Aufklärung gewünscht, bei vielem bleibt man einfach im unklaren. Andererseits hat das aber auch seinen Reiz, da es natürlich um etwasmystisches geht und sich Unbekanntes auch nicht einfach logisch erklären lässt. Daher würde ich das auch nicht direkt als Kritik werten. Die Idee des Buches finde ich ebenfalls sehr gut, obwohl es natürlich Fantasterei ist, hat es eben ganz klar Bezüge zur Realität und obwohl die Grundidee der Wiederauferstehung nicht neu ist, wirkt sie hier durch die Umsetzung komplett neu. Der Gruselfaktor war für mich allerdings nicht unbedingt enorm, was nicht heißt das es nicht trotzdem, gerade am Ende, sehr spannend war. Dies ist vermutlich einfach dem geschuldet, dass ich ein passionierter Horrorfilme-Fan bin und damit schlimmeres gewohnt bin. Für zartbesaitete Menschen oder Eltern, die sich in manche Situationen noch mehr reinversetzen können hat es garantiert einen größeren Horrorfaktor. Allerdings beschreibt Herr King einige Stellen sehr genau, so das mir manchmal schon mulmig zumute war (man stelle sich detailliert eine Schädelverletzung vor) oder auch wenn es um den Kater Church ging, hat mein Herz manchmal geblutet, da ich selber schon immer Katzen hatte und habe.

Die Richtung des Endes konnte man nach einer Zeit schon erahnen, ohne aber direkt zu wissen was und wie sich alles abspielen wird, denn dass es bei einem King und gerade bei der Handlung wohl kein Happy End geben wird, kann sich wohl jeder denken. Das Ende war fast schon ein bisschen fies, da es eben wirklich sehr offen ist, somit aber auch viel Raum für eigene Gedankenspiele bleibt. Daher fand ich es dennoch gelungen.

 

Fazit


Alles in allem bin ich von meinem ersten King wirklich begeistert und ich muss gestehen, dass ich wirklich nicht erwartet habe, dass es mir so gut gefallen wird. Für mich steht fest, dass dies sicherlich nicht mein letzter King sein wird.
Daher eine absolute Leseempfehlung von mir!


Bewertung:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen